BFW – Deutscher Immobilien Kongress in Berlin

Rund 400 Experten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung trafen sich Ende April beim diesjährigen Deutschen Immobilien Kongress des BFW Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen in Berlin. Unter dem Motto "Deutschland jetzt gestalten!" führte der Diskurs im Römischen Hof von der Mietrechtsreform und der geplanten Sonderabschreibung bis hin zu aktuellen Trends beim Wohnen und Gewerbe in den deutschen A-Städten. In einer Diskussionsrunde mit Senator h. c. Karl Strenger wurde auch der Punkt "bezahlbares Bauen" zum Thema.

 

BFW-Präsident Andreas Ibel skizzierte in seiner Eröffnungsrede die Hürden, mit denen die mittelständischen Unternehmen konfrontiert sind und verwies darauf, dass die Empfehlungen des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen noch immer nicht umgesetzt sind.

 

Dazu gehört auch die Erhöhung der linearen AfA auf mindestens drei Prozent, um langfristig verlässliche Rahmenbedingungen für Investoren zu schaffen. Ebenso notwendig sei eine radikale Umkehr der Bundesregierung bei der Energiepolitik. Vor allem aber, so Ibel weiter, müsse das Thema bezahlbares Wohnen und Bauen jetzt zu einer Top-Priorität bei allen Mitgliedern der Bundesregierung werden. "Wenn das Bundesbauministerium beim Bündnis aufs Gas tritt und das Bundesjustizministerium bei der zweiten Stufe der Mietrechtsreform auf die Bremse, wird der Motor für Investitionen abgewürgt. Jetzt müssen alle politischen Akteure mit der Immobilienwirtschaft an einem Strang ziehen, um den benötigten Wohnraum zu schaffen!"

 

Dass die mittelständischen Immobilienunternehmen dabei eine zentrale Rolle spielen, betonte Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, in seiner Rede: "Das beste Mittel gegen hohe Mieten bleibt, den Wohnungsneubau attraktiv zu halten. Wer wissen will, was da tatsächlich wirkt, sollte dem BFW und der freien Immobilienwirtschaft gut zuhören."

 

Unter der Überschrift "Problem erkannt - Gefahr gebannt?" wurde das Thema "Bezahlbares Bauen in Ballungszentren" auch in einem Vortrag von Michael Sachs, Staatsrat a.D. und Vorsitzender des Expertengremiums zur Umsetzung der Wohnbau-Offensive, aufgegriffen. In der anschließenden Diskussionsrunde kamen auch drei Vertreter der Praxis zu Wort.

 

Senator h. c. Karl Strenger, Geschäftsführer der Strenger Gruppe aus Ludwigsburg, sprach hierbei konkret die Herausforderungen in Baden-Württemberg an: "Neben der mangelnden Ausweisung von Bauland ist auch die Vergabe der Grundstücke von den Kommunen an den Höchstbietenden ein klarer Preistreiber. Eine Vergabe von Bauland zu wirtschaftlich realistischen Preisen wäre hier ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung." Eine effiziente Zusammenarbeit von Politik, Kommunen und privaten Bauträgern sei nun essentiell, um auch zukünftig bezahlbaren Wohnraum für eine breite Bevölkerungsschicht anbieten zu können, sagt Strenger.

 

Fotocredit: BFW


29. April 2016